Samstag, 19. Juli 2014

Unsere "Rabaukis"

Wir haben jetzt seit einer Woche 4 Frettchen. Zu unseren Rüde und unserer Fähe sind noch zwei Fähen dazugekommen.
Hier mal die ausführliche Geschichte zu unseren Rabaukis :)

Buddy und Holly:
Seit 3 Jahr haben wir zwei Frettchen, Rüde und Fähe, Geschwister, von privaten "Züchtern".
Wenn man von Züchtern spricht, ist es immer so negativ belastet, zumindest geht’s mir so. Ich denke dann, dass Tiere nur vermehrt werden, um so viel Geld wie möglich zu bekommen, deswegen sollen sie so exotisch aussehen, wie nur möglich. Egal, wies den Tieren geht und was evtl. auch für gesundheitliche Schäden damit einhergehen.
Da war es jetzt so, dass sich die Pärchen ihren Partner selbst aussuchen konnten, keiner wurde "gezwungen" sich zu paaren. 
Allerdings lassen die ihre Fähen auch jedes Jahr werfen. Dem kann man wirklich etwas kritisch gegenüberstehen, ob es wirklich nötig ist, immer mehr Tiere zu "produzieren", wo es so viele Tiere in den Tierheimen etc. gibt, die auf ein Zuhause warten.

Ich kann nur empfehlen, auch wenn man Tiere z.B. bei einen Anzeigen-Portal sucht, immer darauf zu achten: 
Wie viel Geld wollen sie haben? 
Wann geben sie die Tiere ab (bei Welpen)? 
Wie wichtig ist denen, wo die Tiere landen?
und Fragen stellen. 
Zu den Eltern, 
wie werden die Tiere gehalten, 
wie werden sie gefüttert, etc. etc. 
Aber das werde ich nochmal extra behandeln :)

Ich hatte damals das Gefühl, die haben wirklich Ahnung, haben uns aber die Frettchen mit 8 Wochen gegeben und eigentlich sollten sie nicht vor 10 Wochen abgegeben werden. Bis dahin ist das soziale Leben in der Familie sehr wichtig.

Wir hatten jetzt also zwei kleine Welpen. 
Die Beiden haben unter der zu frühen Trennung der Familie sehr gelitten. Die beiden haben sogar manchmal wie Babys geweint. 
Es ist auch überhaupt nicht einfach bei den ach so süßen Tieren konsequent zu sein und man macht auch einfach Fehler (auch bei älteren Tieren).

Der Weg nach Hause war eine lange Fahrt. Zumindest waren die Zwei schon stubenrein, sie wurden nämlich immer nervöser, sie waren noch so klein, dass sie sich mehrfach durch das Gitter der Transportbox quetschen konnten (Hilfe, dass während der Fahrt, ich war Beifahrerin, aber das war wirklich nichts für meine Nerven) bis sie sich irgendwann ihrem Schicksal ergaben und sich in der Transportbox entleert haben. 
Das war so ein Aha-Erlebnis. 
Das war also das Problem, das war uns vorher nicht klar :)

Das ist wirklich kein Spaß Welpen groß zuziehen und unterschätzt man sehr. Vor allem wenn es darum geht, was die Tiere eigentlich alles noch lernen müssen/sollten.
Unsere Fähe zum Beispiel hat nie Vertrauen zu uns aufgebaut. Sie hat ihren Bruder und auch den Käfig/Zimmer sehr verteidigt, sobald wir etwas daran gemacht haben, aus Angst. Das merkt man, wenn man sie in anderen Situationen sieht, wie ängstlich sie dann ist. Sie hatte nicht das Vertrauen, dass wir jetzt nur ihr zuhause sauber machen und dann wieder gehen, sondern hatte jedes Mal Angst, wir würden etwas wegnehmen oder beschädigen. Deswegen hat sie sehr viel gekniffen und auch damit sind wir nicht richtig umgegangen.
Ich muss zugeben, sie sind auch längere Zeit untergegangen, wir hatten nicht so viel Zeit für sie. Jetzt sind wir umgezogen und da sind die Frettchen auch in der Wohnung viel zentraler und nicht wie vorher in einem ganz anderen Teil der Wohnung, wo wir uns nicht viel aufhielten. Zum Glück versuchen wir seit geraumer Zeit auch, ihr Vertrauen zu bekommen und das klappt auch sehr gut. Wir sind einfach nicht so erzogen worden, dass man ein Tier weggibt, wenn es mal nicht so läuft oder es eine Phase gibt, wo man nicht so viel Zeit für sie hat.
Nun haben wir lange überlegt, ob wir noch zwei weitere Frettchen dazu haben wollen.


Unkle Benz „(Kleiner) Onkel“
Denn wir hatten schon mal einen Rüden aus dem Tierheim, ein Fundtier, der wahrscheinlich alt und krank war und auch nur ein Jahr bei uns blieb.
Ich entdeckte ihn in der Zeitung unter „Tiere in Not“ und uns war sofort klar: 
Wir gehen hin und schauen uns ihn an, weil er dort ganz alleine war und auch Frettchen allgemein nicht so häufig im normalen Tierheim vorkommen. 

Er war ein Fundtier, muss sich lange draußen rum getrieben haben, kam dort mit aller Hand Ungeziefer an und war ordentlich ramponiert, wahrscheinlich von Kämpfen. Er musste sehr alt und/oder krank sein, aber wirklich sagen konnte uns das natürlich keiner.
Wir entschieden uns dann auch für ihn und wir konnten ihn sofort mitnehmen. Ich hätte ja gerne unsere Frettchen und ihn mal dort irgendwie sich kennenlernen lassen, aber uns wurde gesagt, wir müssen ihn mitnehmen und wenn es nicht klappt müssen wir ihn wiederbringen. Ich war auch gar nicht darauf vorbereitet, dass wir ihn direkt mitnehmen konnten.

Mit ihm war es anfangs sehr schwer, er hat sich auch nie wirklich gewährt gegenüber Buddy und Holly, hat sich eher so verhalten: „lass mich einfach in Ruhe“ und hatte keine Lust auf Spielen oder auf Auseinandersetzungen. Wir haben uns da leider falsch verhalten, haben ihn häufig aus der Situation genommen. Dabei gehört das dazu, sie müssen sich kennen lernen und sie müssen die Rangordnung klären. Das ist für den Menschen wirklich nicht immer leicht.

Als er starb, haben wir alle darunter gelitten. Die Frettchen und auch wir Menschen. 
Onkel war bis dahin das einzige Frettchen, dass wir Kontakt zu unserem Sohn geben konnten und obwohl unser Sohn so klein war, hat er Onkel sehr geliebt. Und obwohl Buddy und Holly immer wieder auch mit dem alten Onkel nicht klar kamen, haben sie am Ende auch sehr gelitten, als er starb.
Wir haben immer damit gerechnet, dass er sterben kann, aber es ging ihm immer gut. Zwei Wochen bevor er starb ging es ihm schlagartig schlecht, nahm ab, aß nichts mehr, wir waren nur beim Tierarzt und haben versucht ihn aufzupäppeln, aber letztlich half nichts. 
Wir hätten ihn früher loslassen sollen und müssen.


Pearl „Amy“ und Jewel „Penny“:
Wir waren lange sehr unentschlossen, hatten zwischendurch das Thema schon für erledigt erklärt, aber haben uns dann doch entschieden, nach weiteren Frettchen zu suchen.
Wir wollten zwei Rüden haben (weil unsere Fähe so viel kneift und eigentlich alle Fähen so sind, die wir kennen) und so bis 2 Jahre sollten sie alt sein und nicht krank, wo vorauszusehen wäre, dass das Tier bald stirbt. Wir wollten keine Welpen, wegen dem Aufwand und vor allem wollten wir lieber älteren Tieren ein Zuhause geben, die schon lange warten.

Lange haben wir nicht das Richtige gefunden. 
Dann hab ich zum Frettchentierheim Oberberg Kontakt aufgenommen. 
Die hatten aber nur Fähen, was wir ja eigentlich gar nicht wollten und nur ältere Tiere, die zu uns passen würden bzw. für uns in Frage kommen würden.

Wir sind trotzdem Ende Juni zum Tag der offenen Tür gefahren und sahen uns zwei Fähen an, die für uns in Frage kamen und haben uns sofort verliebt. Ich fing Penny an zu streicheln und zu kraulen und sie hat es einfach genossen. Sie waren beide so lieb und so Menschen vertraut. Das war einfach toll. 

Eine Woche später sind wir mit unseren zwei Frettchen nochmal hin gefahren und sie konnten sich ein erstes Mal kennen lernen. So wird das da immer gemacht. Man muss mit dem "vorhandenen" Frettchen zu denen kommen und die "vorhandenen" Frettchen suchen sich quasi die "neuen" Frettchen aus. Da bringt es auch nichts, wenn wir die Frettchen wollen, wenn sie sich insgesamt nicht verstehen.
Wir wurden sehr viel gefragt (wie es bei uns alles abläuft), uns wurde sehr vieles erzählt im Umgang mit den Frettchen. Da haben wir auch wieder gemerkt, was wir ja doch fast immer falsch gemacht haben (z.B. ein Frettchen, dass uns gekniffen hat, nicht absetzten, dann bekommt es seinen Willen und man bestärkt es ungewollt, sondern auf dem Arm behalten. Oder wenn sich zwei Frettchen streiten entweder beide auf den Arm nehmen oder keinen, aber nimmt man nur eins auf den Arm, unterstützt man das Ganze nur und belohnt wieder an der falschen Stelle).
Buddy hat den beiden gleich mal gezeigt, wer der Herr im Haus ist, Holly hat sich für ihre Verhältnisse sehr ruhig verhalten. Aber es war nicht zu viel Ärger zwischen ihnen, man konnte sie auch zusammen auf den Arm nehmen (das ist immer neutrale Zone, da darf nicht gekniffen werden), dann konnten sie sich in Ruhe beschnüffeln. 
Da dies relativ gut verlief, entschieden wir uns, die beiden zu nehmen.

Die beiden sind mit ihrem aller ersten Besitzer schon 4 mal in dem Tierheim gelandet. 
Die ersten Besitzer haben ihnen noch nicht mals Namen gegeben, sie waren immer nur "die Mädels".
Danach wollte sie ein Mädchen haben, die ganz heiß auf sie war, aber dann schon nach wenigen Stunden anrief und sagte: sie kommt mit ihnen nicht klar, sie will sie nicht mehr.
Dann gabs Probleme ihrerseits, denn sie waren so dominant, dass sich die vorhandenen Rüden nicht mehr raus getraut haben.
Und zum Schluss trennte sich das Paar und keiner wollte sie letztlich behalten.
Sowas ist ja einfach nur traurig :(

Eine Fähe ist ein Black Self (wollte ich immer schon haben), aber Herzkrank und brauch Medikamente.
Die andere ist eine dunkle Siam und sieht unserer Holly irgendwie ähnlich =)
Beide zuckersüß, total menschen lieb und verschmust. 
Sie sind 4 Jahre alt und Geschwister.
Nur bei anderen Frettchen sollen sie sehr dominant sein. Bis jetzt sah die Vergesellschaftigung aber so aus, dass die beiden ängstlich und schreckhaft sind und sofort anfangen zu schreien, wenn unser Rüde auch nur ansatzweise in ihre Nähe kommt. Gestern haben sie sich auch gerne verkrochen, aber diesen Bereich, den sie sich ausgesucht haben, verteidigen sie heute noch total. Unsere "ältere" Fähe hat sich ziemlich zurückgezogen.
Bis jetzt gehen sich alle auch mehr aus dem Weg, als das sie zusammen "was machen". Vor ein paar Tagen konnte ich beobachten, wie sich Holly und Amy gegenüber standen, erst hatten sie sich gar nicht bemerkt, und dann reagierten beide so: 
„hä? Wer bist du? Was willst du hier?“ 
und sind getrennte Wege gegangen, aber ohne Ärger.
Das wird schon, ist ja erst eine Woche, dass die beiden Mädchen hier sind.

Ich wollte gar keine Fähen mehr haben und jetzt sitz ich hier mit 3 :) 
Unser armer Buddy alleine unter Frauen :)


Eure Franzi

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